Mit der vierten Generation des Master seit seiner Markteinführung im Jahr 1980 macht Renault einen großen Schritt nach vorn in Sachen Kraftstoffverbrauch, Elektroantrieb und Ladevolumen. Auch der Komfort an Bord wurde auf den neuesten Stand gebracht.
Das Design des breiten Armaturenbretts orientiert sich explizit an modernen Lkw. Überall finden sich praktische Ablagen und Staufächer.
Seit 1980 ist der Master im Programm von Renault. Der vom italienischen Designer Gandini entworfene Master sollte die SAVIEM SG-Baureihe ablösen. Für ihn wurde ein komplett neues Werk in der Nähe von Metz gebaut.
Der Master mit Front- und Heckantrieb wurde mit Benzin- und Dieselmotoren und in verschiedenen Fahrzeuglängen angeboten. Etwas später kam der Turbodiesel auf den Markt, der den Wagen vor allem auf längeren Strecken noch leistungsfähiger machte. Die Kunden konnten zwischen zahlreichen Karosserievarianten wie Kastenwagen, Personenwagen, Doppelkabine, Pritschenwagen und Fahrgestell wählen. Diese Versionen wurden größtenteils im Werk Batilly gefertigt. Ein bescheidenes Facelift folgte im Laufe seiner 17-jährigen Karriere.
Renault Master 1980.
1997 wurde der Renault Master durch die zweite Auflage ersetzt, die in enger Zusammenarbeit mit DAF entwickelt wurde. Die optimierte Karosserieform entsprach den Bedürfnissen vieler gewerblicher Nutzer. Inzwischen war der Turbo alltäglich geworden, und das Fahrzeug erhielt nach und nach immer mehr Ausstattungsdetails, die beim Pkw bereits üblich waren. Man denke nur an Airbags, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, elektrische Fensterheber und das berühmte Renault Radio. In den 13 Jahren, in denen der Master ausgeliefert wurde, hat Renault immer wieder Facelifts durchgeführt, bei denen die Ausstattungen und Merkmale weiter gestrafft wurden.
Renault Master 1997.
Mit der dritten Generation des Master ab 2010 ist das Angebot noch einmal deutlich gewachsen. Mehr Länge, mehr Höhe und bei den schwereren Varianten auch eine zweiachsige Hinterachse. Dennoch liefen viele Karosserievarianten vom Band. Der Master III war sofort an seinem großen Kühlergrill zu erkennen, über dem zunächst das Logo prangte. Bald folgte eine Modifikation mit einem größeren Logo auf halber Höhe des Kühlergrills, wie es auch bei den Personenwagen eingeführt worden war. Von einem echten Facelift konnte nicht die Rede sein, denn 2019 folgte nicht nur eine veränderte Front mit höherer Motorhaube, sondern auch ein komplett neues Armaturenbrett, dessen Ausstattungsdetails wiederum den neuesten Trends angepasst wurden.
Renault Master 2010.
Und dann, im Jahr 2024, bringt Renault die vierte Generation des erfolgreichen Großtransporters auf den Markt. War der bisherige Master noch in vier Längenvarianten erhältlich, beschränkt sich Renault nun auf die Varianten L2, L3 und L4 und natürlich auf drei Bauhöhen.
Die Gewichte reichen bis zu 3,8 Tonnen bei einer Nutzlast von bis zu 1,9 Tonnen und einem Volumen von bis zu 22 m3.
Der schon bisher verfügbare 2-Liter-Dieselmotor wird in drei Leistungsstufen (130, 150 und 170 PS) angeboten. Darüber hinaus wird der Elektroantrieb eine zunehmende Rolle spielen. Diese Variante wurde bereits bei der Entwicklung berücksichtigt.
Renault hat 2017 den ersten elektrischen Master auf den Markt gebracht. Die Reichweite erhöht sich gegenüber der Vorgängerversion deutlich von 120 auf 200 km für diejenigen, die sich für die 40-kWh-Batterie entscheiden. Diese Version kann mit 50 kW Gleichstrom aufgeladen werden. Optional ist auch eine 87-kWh-Batterie erhältlich, die eine Reichweite von bis zu 460 km und eine Ladeleistung von 130 kW ermöglicht. Wurden Elektrotransporter anfangs vor allem im Stadtverkehr eingesetzt, wächst heute der Bedarf, diese Fahrzeuge auch für längere Strecken zu nutzen.
Um die Umwelt zu schonen, setzt Renault nun Batterien ein, die im eigenen Haus hergestellt werden und auch repariert werden können.
Die "Vehicle-to-Load"-Fähigkeit ermöglicht die Versorgung des Laderaums mit 220 Volt für den Betrieb zahlreicher Geräte.
In Zusammenarbeit mit Karosseriebauern wurden zudem zahlreiche Aufbauten entwickelt, um die verschiedenen Funktionen eines Transporters mit elektrischem Antrieb zu kombinieren.
Beim Handling hat der Master noch eine Schippe draufgelegt. Vom ausgezeichneten Fahrersitz aus, der auch bei längeren Fahrten guten Halt bietet, hat der Fahrer durch die tief heruntergezogene Frontscheibe und die großen Spiegel eine gute Sicht. Eine Kamera am Heck liefert Bilder auf einen Monitor, der anstelle des Rückspiegels angebracht ist. Der mittig angeordnete Navigationsbildschirm ist so gestaltet, dass Aufbauhersteller ihre Informationseinrichtungen integrieren können.
Der 131 oder 143 PS starke Elektromotor sorgt für gute Beschleunigungswerte, aber auch hier gilt: Je leiser der Antrieb, desto größer die Reichweite. Das Drehmoment ist bei beiden Elektromotoren gleich und liegt bei 300 Nm.
Wie bei den Elektroautos kann die Batterie im Brandfall über den so genannten Feuerwehrzugang "Fireman Access" mit Wasser gefüllt werden. Außerdem verfügt das Fahrzeug über einen Qrescue-Code an der Windschutzscheibe, mit dem Rettungskräfte auf ihrem Smartphone alle notwendigen Informationen über den Standort bestimmter Elemente abrufen können.
Layout und Design des Fahrerhauses orientieren sich deutlich an modernen Lkw. Der gesamte Entwicklungsprozess des neuen Master dauerte übrigens rund fünf Jahre.
Schließlich wurden die Abmessungen des neuen Master vergrößert, um mehr Volumen zu schaffen. Auch die seitliche Schiebetür ist länger.