Der Renault 17 Electric Restomod x Ora ïto ist ein echter Hingucker. Er ist eine Neuinterpretation des Coupés, das Anfang der 1970er Jahre unter anderem bei vielen geschiedenen Piloten der Air France in Mode war. Der Designer Ito Morabito hat das Auto in die heutige Zeit übertragen.
Das trendige Maison5 in der Rue Saint Dominique 66 in der französischen Hauptstadt war Schauplatz der Enthüllung dieses Showcars - ohne Ambitionen und ohne Aussicht auf Produktion. Letzteres wird schnell klar, wenn man hört und sieht, dass ein originaler Renault 17 als Basis für diese Kreation diente.
Ora ïto ist der 'Künstlername' des Designers: „Ich habe mir das Auto angesehen, als würde ich um ein riesiges Gebäude herumgehen. Da wir einen existierenden Renault 17 als Ausgangspunkt hatten, fragte ich mich, wo ich meinen eigenen Beitrag leisten könnte. Ich war von Anfang an auf die vorhandenen Dimensionen beschränkt. Ich habe mich in die Leute hineinversetzt, die diese Autos fahren könnten: James Bond oder Austin Powers“.
Er erklärt, dass er bei einem solchen Auftrag immer mit Skizzen auf Papier beginnt. „Der ganze Prozess hat letztlich nur sechs Monate gedauert. Renault ließ mir freie Hand. Die einzigen Stichworte waren elegant, extrem und elektrisch“.
Die 1970er Jahre sind in dem Entwurf deutlich zu erkennen. Ein Beispiel sind die Räder, die wie Langspielplatten aussehen. Der üppige Teppich und die Polsterung der vertrauten Sitze atmen das Jahrzehnt.
Natürlich bedeutet das Einsteigen in dieses Auto den Eintritt in die digitale Welt. Gleichzeitig hat Ora ïto das Element aus vier einzelnen Rundinstrumenten in das Jahr 2024 mitgenommen. Auch die Brauntöne entsprechen dem Gefühl der 1970er Jahre.
Das Schöne ist, dass junge, meist urbane Menschen, die den Renault 17 nicht kennen, von dieser modernen Übersetzung begeistert sind. Bei der Enthüllung am 4. September ließen sie sich alle mit der kunstvollen Kreation fotografieren.
Renaults Marketingdirektor Arnaud Belloni war der Initiator dieses außergewöhnlichen Autos. „Seit 2021 haben wir jedes Jahr einen Klassiker in die Gegenwart geholt, wie den R4, den R5, den Twingo und jetzt den R17. Ich habe den Designern einen Joker in die Hand gegeben, ohne ihnen vorher detaillierte Anweisungen zu geben.
Arnaud hat gute Erinnerungen an das Modell: „Ich war schon als Kind ein großer Autofan. Wenn Freunde zu uns nach Hause kamen, fragte ich zuerst, was für ein Auto sie hatten, bevor ich ihnen die Hand schüttelte. Mein Vater war Pilot bei Air France und hatte einen Renault 17, obwohl meine Eltern nicht geschieden waren.“
Links der Designer Ora ïto und rechts der Marketingdirektor von Renault Arnaud Belloni.
Arnaud hat zwei Kinder (Zwillinge) im Alter von 16 Jahren: „Ich zeige Oscar und Agathe meine Entwürfe, um die Reaktion einer jüngeren Generation zu hören. Sie sagen dann 'cool' und cool ist genug“.
Er fügt hinzu, dass diese Art von Konzept den Zugang zu einer Marke ermöglicht. Nicht-traditionelle Zielgruppen entdecken dadurch Renault. „Das heißt, man muss Geschichten erzählen, und da ist Kreativität der Schlüssel. Daran wird man gemessen. Das Alter spielt dabei keine große Rolle.“
Renault ist bestrebt, einer neuen Generation von Designern eine Chance zu geben. „Man sieht viele Einflüsse der 1970er Jahre in einem neuen Look. Vom Original hat das Auto die Gitter über den Seitenfenstern behalten. Mir gefällt das Wort 'Jalousie', auch wenn man in Frankreich von 'Stores' spricht.
Renault wird den R17 Electric Restomod x Ora ïto auf seinem Stand auf dem Pariser Autosalon im Oktober ausstellen. Dort werden auch der Renault 4, die Alpine A390-B und ein Konzept des zukünftigen Flaggschiffs zu sehen sein.