Im Jahr 2017 fand die Wiedergeburt von Alpine mit der Einführung der neuen A110 statt. Nun beginnt die wahre Zukunft der Sportmarke unter der Flagge von Renault. Die neue A290 läutet eine ganze Reihe von Elektroautos ein, bei denen der Fahrspaß im Vordergrund steht. Wir sprachen bei der Enthüllung mit Designchef Antony Villain und Sovany Ang, Direktor für Produktleistung.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Alpine stehen vor der schwierigen Aufgabe, Sportlichkeit neu zu definieren, denn die Zukunft der Marke ist rein elektrisch. Innerhalb eines strikten Rahmens müssen die neuen Modelle dem Fahrspaß, der Leistung und dem Komfort, gepaart mit Funktionalität, treu bleiben. Attribute, die eine Alpine auszeichnen.
Die Alpine A290 basiert auf dem elektrischen Renault 5 und kann getrost als geistiger Nachfolger des R5 Alpine von 1976 bezeichnet werden. Antony Villain: "Die Alpine steht in einem historischen Kontext, in dem auch Eigenschaften wie Agilität, Leistung und französische Flinkheit eine Rolle spielen. All diese Elemente spiegeln sich auch in der neuen A290 wider.
Ein Elektroauto ist per Definition nicht leicht, aber Alpine hat diese Eigenschaft sichtbar in die Materialien und dasAlpine Thema integriert, mit den so genannten grafischen Schneeflocken, die an vielen Stellen am und im Auto zu sehen sind. Antony Villain: "Wie bei allen neuen Autos haben wir mit einem leeren Blatt Papier und einem Bleistift angefangen und dann ohne viele Vorbedingungen skizziert. Auf diese Weise sind viele coole Ideen entstanden. Unsere Aufgabe war es, den Kompaktsportwagen (Hot Hatch) neu zu erfinden. Ein Auto, das von seinen Benutzern viel verlangt. Keine einfache, aber eine sehr reizvolle Herausforderung.
Das spiegelt sich laut Antony sowohl im Exterieur als auch im Interieur wider. "Das Auto ist zum Beispiel serienmäßig mit 19-Zoll-Rädern ausgestattet. Die Spurweite ist im Vergleich zum Renault 5 E-Tech electric um sechs Zentimeter gewachsen, dafür haben wir die Kanten um die Räder weiter nach außen gezogen. An den hinteren Türen befindet sich eine Form, die an den Lufteinlass von Autos mit Heckmotor erinnert. Die Leiste, die die beiden Rückleuchten verbindet, ist in Wagenfarbe lackiert, darunter steht der Name des Autos. Eine akzentuierende Rolle spielen rundum die schwarz glänzenden Schürzen und Stoßfänger."
"Der Innenraum bietet ein authentisches Alpine Cockpit", erklärt Antony Villain. "Elemente wie die Mittelkonsole und das Lenkrad folgen den gleichen Designmerkmalen wie bei der A110. Am Lenkrad gibt es zwei neue Elemente, die allein schon durch ihre Farbe auffallen: ein blaues Zifferblatt zur Einstellung der Energierückgewinnung und ein roter Knopf für die Boost-Funktion, die dem Motor kurzzeitig das Maximum abverlangt.
Sovany Ang nennt Zahlen: "Die A290 bleibt knapp unter 4 Meter lang, ist 1,82 Meter breit und wiegt weniger als 1.500 Kilogramm. In jedem Fall verfügt das Auto über eine 52-kWh-Batterie, die einen Elektromotor antreibt, der aus dem Megane stammt. Dieser leistet 180 oder 220 PS. Eine Schnellladung ist mit 100 kW Gleichstrom möglich und natürlich kann die Batterie auch an eine 11 kW Wechselstrom-Ladestation angeschlossen werden. Die stärkste Version beschleunigt in 6,4 Sekunden auf 100 km/h. Bemerkenswert ist, dass die Verzögerung von 100 km/h bis zum Stillstand nur 3 Sekunden dauert. Das ist extrem kurz und kraftvoll."
Fotos: Sovany Ang (links) und Antony Villain (rechts).
Sovany Ang: "Das Chassis der A290 basiert auf dem des Renault 5, bot dem Alpine Team aber viele Möglichkeiten, die von der Marke erwarteten Eigenschaften zu betonen. Wir sprechen hier von einer Skateboard-Plattform. Die Batterie sitzt tief in der Mitte. Die Mehrlenker-Hinterradaufhängung gab uns genügend Möglichkeiten, sie nach unseren Wünschen zu verbessern, um ein anspruchsvolles Fahrverhalten zu erreichen, das zu Alpine passt.
Alpine bringt die neue A290 in vier verschiedenen Versionen auf den Markt: GTS (220 PS), GT Premium (180 PS), GT Performance (220 PS) und eine spezielle Launch Edition, von der wie bei der A110 genau 1.955 Einheiten gebaut werden. Alpine-Chef Philippe Krief zum Thema Sound: "Der Sound ist wichtig für das Erlebnis, aber gleichzeitig darf er nicht künstlich sein. Wir haben dafür eine sehr schöne Interpretation gefunden. Der Fahrer kann das Motorengeräusch ein- oder ausschalten. Es korrespondiert mit der Bewegung des Gaspedals und passt sich so den Erwartungen des Fahrers an. Bei schneller Beschleunigung ist das Geräusch lauter als bei konstanter Geschwindigkeit auf der Autobahn. Dieser Soundgenerator ist übrigens nur verfügbar, wenn Sie sich für das hochwertige Devialet-Audiosystem entscheiden, das perfekt auf den Innenraum der Alpine A290 abgestimmt ist."
Dass Alpine viel Eigenarbeit geleistet hat, zeigt sich bei den Sitzen, die spürbar mehr Halt bieten. Nicht nur der Schaumstoff, sondern auch die Metallstruktur der Sitze wurde im Vergleich zum Renault 5 optimiert. Außerdem bieten das Armaturenbrett und das zentrale Display mehr Funktionen, wie zum Beispiel die Alpine eigene Telematik. Alle möglichen Daten werden während der Fahrt gespeichert oder können sogar direkt abgerufen werden. Eine Funktion, die vor allem auf der Rennstrecke von Vorteil sein kann.
Schließlich sieht Sovany Ang den elektrischen Mini als echten Konkurrenten, auch wenn das Feld der Mitbewerber derzeit noch sehr überschaubar ist. "Zu den Stärken der Alpine A290 gehören ein deutlich geringeres Gewicht, ein nutzbarer Kofferraum von 326 Litern und die Skateboard-Bodengruppe mit einer komplett neu abgestimmten Federung für ein optimales Fahrerlebnis." Ende des Jahres werden wir sehen, was die Käufer davon halten.''